Beiträge getagged mit Soziales Profil

Nutzerzahlen Social Web: Stagnation und Rückschritt

Der November 2010 zeichnet bei den Nutzerzahlen deutscher Sozialer Netzwerke ein wenig dynamisches Bild. Seit Februar des Jahres besuchten noch nie weniger Menschen die grossen Plattformen wie in diesem Monat. Grund ist ein saisonabhängiges Verhalten, das auch schon im November 2009 für scheinbare Stagnation im Markt sorgte. Vergleicht man die einzelnen Werte, so zeigen sich allerdings klare Unterschiede zwischen den einzelnen Plattformen.

Facebook bleibt gegenüber dem Vormonat bei unverändert 21 Mio. einzelnen Besuchern, alle (!) anderen beobachteten Plattformen verlieren dagegen zum Teil deutlich: wer-kennt-wen erreicht 5,1 Mio. Nutzer (-0,6 Mio.), stayfriends.de 4,2 Mio (-0,4), XING 2,6 Mio. (-0,6), Twitter 2,9 Mio (-0,2) und selbst LinkedIn verliert von 0,9 auf 0,8 Mio Nutzer.

Stark bröckelt es auch beim Steinbruch der VZ-Netzwerke. Nur noch 10,1 Mio. Nutzer werden erreicht (-1,3 Mio, d.h. 11% relativer Verlust) und damit so wenig wie noch nie in den letzten 2 Jahren. StudiVZ landet erstmals unter 3 Mio. Nutzern (2,8), SchuelerVZ erreicht nur noch 3,8 Mio (-0,4) und selbst MeinVZ erreicht nur noch 3,5 Mio. Nutzer.

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Politische Kampagnen in Sozialen Netzwerken

Dass die Politik im Wahljahr 2009 die Sozialen Netzwerke entdeckt hat, ist nichts Neues. Zum Einen hat sich in Deutschland der Irrglaube, Barack Obama hätte seine Präsidentschaft quasi online gewonnen manifestiert. Zum anderen drängen sich die Möglichkeiten von Plattformen wie Facebook, StudiVZ oder XING zur Kampagnenführung und Zielgruppenansprache für politische Zwecke geradezu auf.

Diesen Mega-Trend nimmt die klassische Berichterstattung in der Presse natürlich gerne auf. Schließlich gibt es Neuland zu entdecken und gleichzeitig die Bemühungen der Parteien zu kommentieren. Inhalte und Strukturen beim Engagement im Internet werden dabei kaum bis gar nicht hinterfragt. Gerne zitierte und durchaus hoch angesehene Quelle für die Messung von Online-Aktivitäten der Politiker ist z.B. die Internetseite wahl.de, die rein quantitative Werte abbildet. „Mover“ und „Shaker“ sind dort diejenigen, die im direkten Vergleich die meisten Kontakte auf einer Plattform haben oder besser noch dort ständig Kommentare verbreiten. Damit wird das dauerhafte Absenden von Nichtigkeiten („Guten Morgen zusammen!“, „Stehe auf der A45 im Stau.“) zum Gradmesser für politisches Engagement.

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Soziale Netzwerke sperren Profile ohne Vorwarnung

Die Frage, wem ein persönliches Profil in einem Sozialen Netzwerk gehört, beantworten die meisten Nutzer mit der eigenen Person.

Ganz falsch – denn auch wenn juristisch die eingepflegten Daten, Bilder und sonstigen Informationen selbstverständlich dem Urheber gehören, so ist das technische Profil immer im Verantwortungsbereich des Netzwerkes selbst. Damit unterliegt der Nutzer den AGBen des Anbieters, dessen unternehmerischen Autonomie und oft auch den kaum zugänglichen Regelungen ausländischer Organisationen und Staaten.

Selbst wenn der Datenschutz in dieser Hinsicht sicher sein sollte, droht eine Gefahr, die die meisten Nutzer unterschätzen: die willkürliche Sperrung/Löschung von Profilen durch den Anbieter. Dazu muss noch nicht einmal ein objektiv nachvollziehbarer Grund vorliegen – die Netzwerke sind dazu jederzeit berechtigt. Mit einer solchen Sperrung/Löschung sind dann zumeist praktisch auch alle enthaltenen Daten weg – für Online-Nomaden, die ihr soziales oder berufliches Umfeld in Sozialen Netzwerken organisieren ein Super-GAU.

Dieser tritt öfter ein, als man denken sollte. Bei Facebook reicht schon ein nicht real scheinender Name zur Sperrung ohne Vorwarnung. Auch ein zu großer Freundeskreis oder eine zu starke Aktivitäten bei Nachrichten an Freunde (ohne Beanstandung durch Dritte) kann völlig unerwartet das Profil kosten. Auch wer bei Twitter zu schnell und zuviele (echte) Freunde findet, hat bald gar keinen Zugriff mehr auf seine Daten.

Bei XING erfolgen ebenfalls restriktive Sperrungen, u.a. bei zu starker Akquise oder scheinbar nicht realen Profilen. Auch eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft hindert nicht daran, dass die in dieser Hinsicht hart formulierten AGB´s konsequent umgesetzt werden.

Das Zurücksetzen von Sperrungen und Löschungen ist zumeist eine nervenaufreibende Aufgabe, da keines der Sozialen Netzwerke dafür explizite Ansprechpartner besitzt.

Einzige Lösung neben der Einschaltung von Profis im Schadensfall ist die regelmässige Sicherung der Kontaktdaten und Informationen auf den einzelnen Netzwerken. Keine einfache Aufgabe, da dies durch die Anbieter in der Regel nicht ohne weiteres unterstützt wird.

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