Beiträge getagged mit Politik

Politische Kampagnen in Sozialen Netzwerken

Dass die Politik im Wahljahr 2009 die Sozialen Netzwerke entdeckt hat, ist nichts Neues. Zum Einen hat sich in Deutschland der Irrglaube, Barack Obama hätte seine Präsidentschaft quasi online gewonnen manifestiert. Zum anderen drängen sich die Möglichkeiten von Plattformen wie Facebook, StudiVZ oder XING zur Kampagnenführung und Zielgruppenansprache für politische Zwecke geradezu auf.

Diesen Mega-Trend nimmt die klassische Berichterstattung in der Presse natürlich gerne auf. Schließlich gibt es Neuland zu entdecken und gleichzeitig die Bemühungen der Parteien zu kommentieren. Inhalte und Strukturen beim Engagement im Internet werden dabei kaum bis gar nicht hinterfragt. Gerne zitierte und durchaus hoch angesehene Quelle für die Messung von Online-Aktivitäten der Politiker ist z.B. die Internetseite wahl.de, die rein quantitative Werte abbildet. „Mover“ und „Shaker“ sind dort diejenigen, die im direkten Vergleich die meisten Kontakte auf einer Plattform haben oder besser noch dort ständig Kommentare verbreiten. Damit wird das dauerhafte Absenden von Nichtigkeiten („Guten Morgen zusammen!“, „Stehe auf der A45 im Stau.“) zum Gradmesser für politisches Engagement.

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Bedroht Twitter unsere Demokratie?

Nachdem herausgekommen war, dass Stimmzähler aus den Reihen der Bundestagsabgeordneten bei der Bundespräsidentenwahl im Mai das Ergebnis über ihre Mobiltelefone auf Twitter veröffentlicht hatten, bevor der Sitzungspräsident und das Wahlgremium informiert wurde, ging ein Aufschrei durch die Bundestagsfraktionen. Die SPD-Fraktionsspitze erwägte zwischenzeitlich sogar den Einsatz von Mobilfunk-Störsendern bei wichtigen Sitzungen.

Ein scheinbar noch größeres Problem haben nun Insider vor der kommenden Bundestagswahl ausgemacht. Dort wird durch die Meinungsforscher routinemäßig bereits am frühen Mittag des Wahlsonntags eine Umfrage gemacht, die in der Vergangenheit immer sehr nah an das spätere Wahlergebnis heran kam. Zur Vorbereitung ihrer Statements erhalten die Parteispitzen diese Umfragen bereits gegen Mittag und damit lange vor Schließung der Wahllokale. Bislang war die unerwünschte Verbreitung dieser Informationen selbst per Internet oder SMS kaum spürbar und somit ohne Konsequenz.

Findige Politiker fragen sich nun, was passieren könnte, wenn diese Umfrage einige Stunden vor Schließung der Wahllokale über die Sozialen Netzwerke verbreitet würde. Drastische Szenarien gehen dahin, dass bestimmte Wahlprognosen weite Teiler der Nutzer dazu motivieren könnten, doch noch zur Wahlurne zu gehen um damit das absehbare Ergebnis zu verändern.

Eine Lösung – abgesehen von der restriktiven Geheimhaltung der vorliegenden Daten bis zur Schließung der Wahllokale – für dieses Problem gibt es noch nicht. Der Fall zeigt aber, dass sich die eingefahrenen Rituale der Demokratie an den Möglichkeiten neuer Medien messen lassen müssen. Möglicherweise sind auch gar nicht Twitter & Co das ursächliche Problem, sonder allgemein das asymetrische Vorhandensein von Informationen. Die Verteidigung klassischen Herrschaftswissens wird jedenfalls offensichtlich zunehmend schwieriger. Es gilt der alte Leitsatz “Wasser sucht sich seinen Weg”. Die Verbreitung von Informationen über Soziale Netzwerke aufhalten zu wollen, ist genau so aussichtslos wie einen Ozean trocken zu wollen.

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Wahlergebnisse über Twitter ausgeplaudert

Das Ergebnis der Wahl des Bundespräsidenten am vergangenen Samstag konnten Twitter-Nutzer bereits vor der offiziellen Bekanntgabe durch den Bundestagspräsidenten erfahren. Möglich gemacht hatte dies die CDU-Abgeordnete Julia Klöckner, die Mitglied der Stimmzählkommission war und dadurch als eine der ersten das genaue Ergebnis kannte. Ob sie mit der kurzen Handy-Mitteilung auf ihrem Twitter-Blog formal und im zeitlichen Ablauf damit gegen Geheimhaltungsvorschriften verstossen hat, blieb vorerst offen. Von Verwaltungsseite gab es bereits die ersten Stimmen, die in diesem Zusammenhang nach dem zukünftigen Umgang mit den Möglichkeiten moderner Medien fragten.

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VZ-Gruppe bietet Portal zur Bundestagswahl

19.05.09 – Die erfolgreiche VZ-Gruppe (studiVZ, MeinVZ, SchuelerVZ) bietet ihren Mitgliedern ein eigenes Portal zur Bundestagswahl , das Jung- und Erstwähler ansprechen soll. Unterstützt von SPIEGEL und ZEIT sowie der Bundeszentrale für politische Bildung, werden unter www.studivz.de/wahlzentrale Informationen zur Wahl sowie interaktive Dienste angeboten. Zuletzt war mit der Einführung sogenannter Edel-Profilen die Darstellung von Organisationen und Parteien ermöglicht worden.  Damit wird auf die zunehmende Aktivität von Politikern und Parteien in den Sozialen Netzwerken insgesamt reagiert.

Quelle: http://www.stern.de/news/studivz-startet-internetportal-zum-wahljahr-21288038.html

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EU nutzt Soziale Netzwerke zur Wahlwerbung

Das Europäische Parlament nutzt angesichts einer erwarteten geringen Wahlbeteiligung bei der Europawahl am 07. Juni 2009 Soziale Netzwerke zur Information von Wählern. Auf Profilen bei Facebook und MySpace werden Argumente für die Arbeit der EU dargestellt und zur Wahlbeteiligung aufgerufen. Auch auf YouTube und Flickr sollen Bilder und Videos die Bekanntheit des Wahltermins und die Akzeptanz der EU fördern. Eine Google SEM-Kampagne rundet diese Aktivitäten im Vorfeld der Wahl ab.

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